Ich bin Klaus Mangold, Diplom-Psychologe, auf die Bereiche MPU und Verkehrs-Psychologie spezialisiert und der Autor dieser Homepage. Ich arbeite seit 17 Jahren als MPU-Vorbereiter mit einer ganz besonderen persönlichen Erfahrung: Ich musste selber schon mal zur MPU und kenne alles deshalb genau von beiden Seiten…
⇒ Ausführliche Informationen über mich finden Sie auf mpu-alarm.de
Kurzantwort:
Die Leberwerte werden bei Alkohol-MPU am Tag der MPU erheben. Es ist ratsam, dass Sie vorher beim Hausarzt ein großes Blutbild machen lassen, damit Sie sicher wissen, ob Ihre Leberwerte im normalen Bereich liegen.
Ausführlicher:
Früher wurden gute oder schlechte Leberwerte als Beleg für Alkohol-Abstinenz oder mindestens sehr moderaten Alkoholkonsum gewertet. Es zeigte sich aber, dass es keine wirklich zuverlässige Aussage war: Es gibt Klienten, die trotz stark ausgeprägtem Konsum gute Leberwerte haben.
Man hat deshalb als Beleg für Alkohol-Abstinenz die EtG-Werte eingeführt, verbunden mit vertraglich festgelegten Verträgen. Es finden sehr kurzfristige Einbestellungen zur Abgabe von Urin statt, denen man innerhalb von 24 Stunden folgen muss. Wenn man diese Fristen nicht einhält, ist vertraglich festgelegt, dass das Abstinenz-Nachweis-Programm als abgebrochen endet. Das ist besonders ärgerlich, wenn man schon mehrere gute Nachweis hatte.
Statt Urin-Screenings kann man Abstinenz-Nachweise durch Haar-Analysen belegen.
Doch. Es wird nach wie vor darauf geschaut, ob die am Tag der MPU gemessenen Werte im Normalbereich liegen. Am wichtigsten dabei ist der GGT-Wert (manchmal auch als γ-GT bezeichnet).
Wenn der GGT-Wert erhöht ist, wird auf die anderen beiden Werte GOT und GPT geschaut: Wenn GOT > GPT ist, gilt das als Indiz, dass der erhöhte GGT-Wert durch eine alkoholbedingte dauerhafte Schädigung der Leber verursacht wird.
Die Ursache für die erhöhten Leberwerte muss geklärt werden. Deshalb sollten Sie - wie weiter oben ja empfohlen - schon eine Weile vor der MPU das große Blutbild gemacht werden. Wenn da eine Abnormität festgestellt wird, bleibt genug Zeit das medizinisch klären zu lassen.
Längst nicht alle erhöhten Leberwerte müssen auf Alkohol zurückführbar sein:
Wenn erhöhte Leberwerte vorliegen, lassen Sie das beim Hausarzt medizinisch klären und nehmen Sie ein entsprechendes Attest mit zur MPU. Dann ist das kein Problem mehr.
Kurzantwort:
CDT ist ein weiterer Marker im Blut, der auf chronischen Alkohol-Missbrauch hindeutet.
Ausführlicher:
Der CDT-Wert reagiert vor allem auf länger andauernden täglichen Konsum. Er steigt erst nach ca. 1–2 Wochen an, wenn jeden Tag mindestens 70 g Alkohol getrunken wird. - Das entspricht etwas mehr als 1,5 Liter Bier oder 0,7 Liter Wein.
Nach 2-3 Wochen sinkt der CDT-Wert wieder. Als erhöht gelten Werte > 1,8 %.
Wegen seiner recht trägen Reaktion auf Veränderungen kann CDT gut zum Nachweis von zeitlich begrenzten Trinkpausen diesen. Ein einzelnes kräftiges Besäufnis ist daran meistens nicht zu erkennen.
Einige seltene Leber-Erkrankungen können den gemessenen CDT-Wert beeinflussen. Wie MCV ist das Ermitteln von CDT-Werten extra zu bezahlen und wird nicht besonders oft gemacht.
Weil die Überprüfung auf CDT nicht standardmäßig gemacht wird und zusätzliche Kosten verursacht, macht es nur Sinn, wenn man damit im Einzelfall etwas ganz Konkretes untermauern möchte. Sprechen Sie mich einfach an, wenn Sie dazu weitere Fragen haben und meinen, es könnte bei Ihnen vielleicht sinnvoll sein: info@kurspool.de
Kurzantwort:
MCV ist ein Messwert, der verwendet werden kann, um einen Hinweis auf länger andauernden hohen Alkoholkonsum zu erhalten.
Ausführlicher:
Bei MCV wird die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen ermittelt. Wenn dieser Wert erhöht ist (> 96-100 fl), kann das ein Hinweis auf lang andauernden chronischen Alkoholkonsum sein.
Ein erhöhter MCV-Wert ist für sich allein genommen kein Beweis dafür. Er darf lediglich als Hinweis gewertet werden, weil auch verschiedene Erkrankungen dafür verantwortlich sein können.
Weil der MCV-Wert kein Bestandteil der am Tag der MPU bei Alkohol-Fragestellung routinemäßig erhobenen Leberwerte ist und deshalb zusätzliche Kosten verursacht, wird dieser Wert eher nur selten verlangt - auch angesichts der begrenzten Aussagekraft.
Wenn dieser Wert tatsächlich aber einmal ermittelt wird, besagt ein nicht erhöhter MCV-Wert eher, dass in den zurück liegenden 3-4 Monaten wahrscheinlich keine "Mega-Besäufnisse" stattgefunden haben.
Kurzantwort:
EtG ist ein Alkoholmarker, der Konsum bis zu 72 Stunden nachweisen kann. Er wird bei der MPU meist im Urin getestet und ist Standard für Abstinenznachweise.
Ausführlicher:
Ethylglukuronid (abgekürzt EtG) war sehr lange die Standardsmethode für Alkohol-Analysen und ist neben PEth noch immer die am häufigsten eingesetzte Analysemethode.
EtG kann zwar sowohl für Blut oder Urin verwendet werden, kommt aber meistens nur für Urin-Analysen zum Einsatz wegen der etwas längeren Nachweisdauer. 3-4 Tage gelten als realistische Nachweiszeit. Die tatsächliche Dauer hängt von der Höhe des erreichten Promillewerts ab.
Es ist auch die Analysemethode der Wahl, wenn Sie Abstinenz nachweisen wollen (oder eher müssen…). Wenn Sie das durch Urinproben machen (heißt in der Praxis: Sie schließen mit einem dafür akkreditierten Anbieter - meistens MPU-Stelle, zu der Sie nachher auch zur MPU gehen wollen - einen Vertrag), werden Sie mehrfach ganz kurzfristig einbestellt.
Ganz "besonders schlaue" Menschen setzen darauf, dass man ja wohl kaum gleich ein oder zwei Tage später wieder einbestellt werden wird. Deshalb wäre es dann ja ziemlich gefahrlos, wenn man eine gewisse Zeit lang nach der Urinprobe Alkohol trinkt.
Das kann aber böse ins Auge gehen: Ich kenne sogar mehrere Fälle, wo der Kandidat doch nochmals einbestellt wurde, weil Urinproben verwechselt, verunreinigt oder zerstört wurden. Wenn einem das passiert (womit natürlich niemand rechnet…), ist der gesamte Vertrag hinfällig - also Vorsicht!
Kurzantwort:
Es handelt sich dabei um eine Analyse-Methode zur Überprüfung aktuellen Alkohol-Konsums.
Ausführlicher:
Durch Phosphatidylethanol (kurz als PEth bezeichnet) kann im Blut nachgewiesen werden, ob in den letzten 2-4 Wochen Alkoholkonsum stattgefunden hat. Das ist wesentlich länger als bei Nachweis durch EtG (Ethylglukuronid, Nachweis oft durch Urin), was bisher die Standard-Nachweis-Methode war.
PEth wird im Körper nur dann gebildet, wenn tatsächlich Alkohol getrunken wurde. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass nur minimale Mengen Blut dafür gebraucht werden. Ein "Piekser" in der Fingerkuppe reicht dafür schon. Falsch positive Nachweise (z.B. durch eine Krankheit) sind bei PEth so gut wie ausgeschlosssen.
Einmaliger Konsum kleinster Mengen (z.B. 1 Glas Sekt mit Orangensaft zum Geburtstag oder eine Schnaps-Praline) hinterlässt normalerweise in PEth noch keine Spuren.
Das soll nicht als Aufforderung verstanden werden, dass man ruhig "etwas großzügig" sein könnte, sondern ich möchte mit diesem Hinweis einfach übertriebene Angst nehmen: "Um Gottes Willen, war da vielleicht in der Soße ein Schuss Rotwein drin?"
Kurzantwort:
Wer Abstinenz nachweisen muss, hat meistens die Wahl zwischen Urin-Proben und Haar-Analysen. Was sind die Vor- und Nachteile?
Ausführlicher:
Durch Abstinenz-Nachweise per Urinproben mit sehr kurzfristiger Einbestellung würde ich mich doch sehr "angebunden" fühlen, weil man genau darauf achten muss sich immer abzumelden, wenn man z.B. beruflich mal ein paar Tage verhindert wäre.
Überlegen Sie deshalb, ob für Sie nicht Nachweis durch Haaranalysen vielleicht die bessere Option wäre.
Weitere Informationen zum Thema Abstinenz finden Sie hier:
⇒ MPU Abstinenz
Kurzantwort:
Diese Rubrik ist noch relativ neu und umfasst neben klassischem "sucht-ähnlichem" Medikamentenkonsum auch ganz korrekte Einnahme von Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können.
Ausführlicher:
Es ist ja bekannt, dass Medikamente - auch korrekt nach Verordnung eingenommen - die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können (am häufigsten die Reaktionsgeschwindigkeit oder allgemeine Aufmerksamkeit betreffend). Das wurde erst bei der vorletzten Aktualisierung der Beurteilungskriterien mit aufgenommen.
Unmittelbarer Anlass war vermutlich die Möglichkeit gewesen, dass Cannabis auf Rezept kurz vorher eingeführt worden war. Das wurde schon wenig später von der aktuellen Gesetzgebung überholt mit der (Teil-)Legalisierung.
Das heißt nicht, dass das damit überflüssig geworden wäre. Der Grundgedanke bleibt bestehen und ist weiterhin aktuell.
Kurzantwort:
Wer durch aggressives Verhalten im Straßenverkehr auffällt, kann tatsächlich eine Aufforderung zur MPU bekommen. Wenn er/sie dem nicht nach kommt oder die MPU negativ ausfällt, ist der Führerschein weg!
Ausführlicher:
Aggressives Verhalten ist meistens juristisch in Verbindung mit Nötigung zu sehen. Die häufigste und von vielen als reines "Kavaliers-Delikt" empfundene Version kann aber eskalieren und zu gar nicht mehr harmlosen Ausprägungen führen.
Ich erinnere mich an einen Fall, der ganz harmlos anfing: Der Vordermann an der Ampel war unaufmerksam und bemerkte nicht, dass es grün geworden war. Der ungeduldige Hintermann, der es eilig hatte, reagierte mit Dauerhupen und wildem Gestikulieren. Zum Trotz fuhr der Vordermann jetzt extra langsam.
Als die Straße 50 Meter weiter vierspurig wurde, kam es zu einem Überhol-Versuch, worauf der Vordermann mit Vollgas und Ausbremsen reagierte.
An der nächsten roten Ampel sprangen beide Fahrer sofort aus dem Auto und es kam mitten auf der Kreuzung zu einer wilden Schlägerei.
Offensichtlich waren hier zwei aneinander geraten, denen sehr leicht der Kragen platzte! Dass solches Verhalten im Straßenverkehr nicht harmlos ist, leuchtet unmittelbar ein.
Man kann aber auch Pech haben und auf einen anderen Fahrer stoßen, der sein "Recht" mit großem Eifer verfolgt. Auch dazu hab ich ein Beispiel:
Geschwindigkeits-Begrenzung 100 km/h auf der Autobahn. Auf der linken Spur fährt ein Auto mit exakt 100. Der Hintermann hofft, dass der Vordermann bei der nächsten etwas größeren Lücke rechts rüber fahren wird. Das macht der aber nicht.
Hintermann gibt Lichthupe und fährt etwas dichter als erlaubt auf - ohne Erfolg.
Als der Vordermann auch bei der nächsten längeren Lücke links bleibt, überholt der Hintermann verbotenerweise rechts. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass der Beifahrer mit dem Handy filmt.
Ein paar Wochen später kommt Post: 4 einzelne Anzeigen wegen Nötigung! - In dem Auto waren 4 Staatsanwälte gesessen, die gerade von einer Tagung kamen…
Kurzantwort:
Im psychologischen Gespräch stellt der Gutachter Fragen zu Ihrem Fehlverhalten, den Ursachen und den Veränderungen, die Sie seitdem vorgenommen haben. Er muss eine Prognose abgeben, ob Sie jetzt zuverlässig ein Fahrzeug ohne Gefährdung Anderer führen werden.
Ausführlicher:
Das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter ist der wichtigste Teil der MPU. Viele Teilnehmer scheitern hier, weil sie eine völlig falsche Vorstellung davon haben, welche Fragen gestellt werden und auf was es wirklich ankommt.
Viele bereiten sich falsch vor, indem sie fertige Antworten auswendig lernen. Das fällt im Gespräch sehr schnell auf, weil der Gutachter gezielt nachfragt und tiefer in die Details geht.
Er macht seinen Job nicht erst seit gestern und kennt die typischen Standard-Antworten und wird an den entscheidenden Stellen sehr hartnäckig nach dem WARUM Ihres Verhaltens fragen.
Als Verkehrspsychologe arbeitet er auf den Grundlagen der Lernpsychologie und weiß:
Er wird Sie ganz provokativ fragen: "Na, da werden Sie aber bestimmt was vermissen, wenn Sie das jetzt nicht mehr tun dürfen?"
Er weiß genau: Momentan ist es natürlich vor allem der Führerschein, den Sie vermissen oder Angst haben, dass Sie ihn nach negativer Prognose hier verlieren werden. Wenn die erfolgreich bestandene MPU aber eine Zeit lang hinter Ihnen liegt, kann sich der Reiz des verbotenen alten Verhaltens immer deutlicher wieder melden.
Das erwünschte neue Verhalten wird nur dann stabil sein, wenn ein neuer, mindestens gleich starker angenehmer Reiz an die Stelle des alten Verhaltens getreten ist.
Unterschätzen Sie das nicht: Es wird nicht so einfach sein den Gutachter davon zu überzeugen, dass das tatsächlich stattgefunden hat!
Timo hat ein stark motorisiertes Auto und hat in seinem Freundeskreis viel Eindruck gemacht durch den "mega-kernigen Sound" seiner Auspuffanlage und wenn er am "Car-Freitag" mit quietschenden Reifen um die Ecken gedriftet kam. Momentan hat er ja 8 Punkte und der Führerschein ist weg. - Aber wie kann er den Gutachter davon überzeugen, dass er sich tatsächlich grundlegend geändert hat?
Nein, es kommt jetzt von mir nicht die "Patentlösung" für das Gutachter-Gespräch, denn die eine richtige Antwort zum einfach nachplappern gibt es nicht.
Die Fragen selbst sind nicht das Schwierige. Entscheidend ist, dass Ihre Antworten zu Ihrer persönlichen Geschichte passen müssen und glaubwürdig sind.
Oft ist es auch so, dass einem das Verhalten, das zur MPU geführt hat, inzwischen einfach peinlich ist. Das ist zwar verständlich, darf aber nicht dazu führen, dass Sie das Geschehene verharmlosen und zu "glätten" versuchen. Besonders oft kommt das bei der Angabe von Konsummengen vor.
Der Gutachter wird sehr genau auf solche Mengenangaben achten und mit gemessenen Werten abgleichen. Unrealistische beschönigte Angaben führen zwingend immer zu einer negativen Prognose!
Kurzantwort:
Die meisten wollen die MPU einfach "hinter sich bringen". Das Problem: Ohne gezielte Vorbereitung scheitern sehr viele beim ersten Versuch – mit hohen Kosten und monatelangem Zeitverlust. Sie sollen die MPU deshalb möglichst direkt beim ersten Mal bestehen.
Ausführlicher:
In der Praxis scheitern viele Teilnehmer nicht an mangelnder Intelligenz oder fehlendem Wissen, sondern an typischen Fehlern: fehlende Aufarbeitung des früheren Verhaltens, unklare Selbsteinschätzung oder unvorbereitete Gesprächssituationen mit dem Gutachter.
Wer die MPU beim ersten Mal bestehen will, sollte vor allem verstehen, dass nicht "richtige Antworten" entscheidend sind, sondern eine nachvollziehbare Verhaltensänderung. Der Gutachter muss auch klar erkennen können, dass Sie nicht nur etwas nachplappern, sondern sich wirklich intensiv mit der Problematik auseinandergesetzt haben.
Besonders wichtig ist eine strukturierte Vorbereitung auf das psychologische Gespräch, da hier die meisten Durchfälle entstehen.
Wurde Ihnen der Führerschein bisher noch nicht abgenommen? Das gibt es tatsächlich, z.B. bei Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad.
Dann ist es besonders wichtig, dass Sie die MPU wirklich im ersten Anlauf bestehen. Sonst wird Ihnen nämlich der Führerschein jetzt doch noch entzogen - was ja bestimmt nicht in Ihrem Sinn sein wird!
⇒ Im Beitrag MPU Vorbereitung für das Bestehen beim ersten Versuch wird das ausführlich behandelt.
Kurzantwort:
Die MPU-Anordnung "aussitzen" zu wollen ist keine verlockende Alternative: Die Verjährungsfrist liegt in den meisten Fällen bei 10, oft sogar bei 15 Jahren (je nach Details des Falles).
Ausführlicher:
Es stimmt tatsächlich, dass auch die "Untaten", die Ihnen schließlich eine Aufforderung zur MPU beschert haben, ein Verfallsdatum haben. Wer eh nur wenig fährt und auf den Führerschein nicht unbedingt angewiesen ist und dann vielleicht momentan knapp bei Kasse ist, kann natürlich auf die Idee kommen: "Momentan mach ich erst mal gar nix!"
Wenn dann mehrere führerscheinlose Jahre vergangen sind, fängt man irgendwann zu rechnen an, wie lang es denn noch dauern würde, bis man ohne MPU den Führerschein wieder kriegen würde. Die Sache hat aber einen Haken, den man nicht übersehen sollte:
Meistens wird nach so langer Zeit ohne Fahrpraxis verlangt, dass theoretische und praktische Fahrprüfung neu gemacht werden müssen. Die Pflichtstunden wie Autobahn, Nachtfahrten usw. müssen nicht gemacht werden.
Auch das ist aber mit Vorsicht zu genießen: Ich wäre mir absolut nicht sicher, ob ich heute "aus dem Stand heraus" die Fahrprüfung bestehen würde, ohne dass ich vorher ein paar Fahrstunden genommen hätte, damit ich weiß, auf was alles der Fahrprüfer heute achtet!
Kurzantwort:
Die MPU besteht aus vier Teilen: Fragebogen, medizinische Untersuchung, Reaktionstests und dem psychologischen Gespräch. Entscheidend für das Bestehen ist vor allem das Gespräch mit dem Gutachter.
Ausführlicher:
Vor dem Fragebogen und den Reaktionstests braucht man keine Angst zu haben. Auch der medizinische Teil stellt normalerweise kein echtes Hindernis dar. Es gibt dabei aber eine mögliche Falle:
Der Verkehrsmediziner wird Sie nach Ihrem Konsumverhalten fragen (ganz besonders natürlich bei Alkohol- und Drogen-MPU). Achten Sie sehr genau darauf, was Sie sagen:
Der Gutachter muss ja am Ende eine Prognose stellen: Ist damit zu rechnen, dass Sie Ihr problematisches Verhalten dauerhaft abgestellt haben oder nicht?
Dazu wird er zuerst einen aufmerksamen Blick in Ihre Führerscheinakte werfen und mit dem abgleichen, was Sie ihm berichten:
Wenn dabei Widersprüche auftauchen, die sich nicht klären lassen, ist stark damit zu rechnen, dass am Ende in Ihrem Gutachten stehen wird: Wesentliche Widersprüche konnten nicht ausgeräumt werden. Eine konkrete Prognose ist deshalb nicht möglich. - Heißt konkret: durchgefallen!
Nehmen Sie deshalb Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle vor der MPU, damit Sie nicht mit überraschenden Fragen konfrontiert werden, auf die Sie keine Antwort parat haben!
Im weiteren Verlauf muss sich der Gutachter einen Eindruck davon verschaffen, wie weit fortgeschritten Ihr Problemverhalten schon war. Das muss er klären können, damit er Sie in eine von drei Untergruppen einstufen kann.
Bei Alkohol heißen die drei Untergruppen
Aus der Zuordnung in eine dieser Untergruppen ergeben sich verschiedene Auflagen, die Sie erfüllen müssen, um eine positive Prognose erhalten zu können.
Parallel zur Klärung dieser Fragen wird der Gutachter überprüfen, ob Sie wirklich verstanden haben, wieso sich Ihr problematisches Verhalten im Straßenverkehr entwickeln konnte und was die wesentlichen Anstöße dafür bei Ihnen waren.
Wenn dazu von Ihnen nur oberflächliche allgemeine Antworten kommen, wäre das ein Warnsignal für den Gutachter, dass Ihre Aufarbeitung noch zu bruchstückhaft ist. - Und wenn Sie entscheidende Zusammenhänge noch nicht sicher verstanden haben, wre die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie auch in Zukunft in die gleiche Verhaltens-Falle wieder tappen werden.
Im weiteren Verlauf der Begutachtung interessieren den Gutachter die handfesten Veränderungen, die Sie vorgenommen haben: Sind die wirklich "echt", oder handelt es sich in der Mehrzahl eher um gute Vorsätze ("Nein, nein, das werde ich ganz bestimmt nicht mehr machen, das hab ich mir felsenfest vorgenommen!")?
Die Statistik zeigt gnadenlos, dass die Stabilität stark zu wünschen übrig lässt:
Deswegen wird er genau nachfragen, wie Sie in Ihrem Fall die Rückfallgefahr einschätzen und welche Maßnahmen Sie vorgesehen haben, damit es gar nicht erst so weit kommt.
👉 Den kompletten Ablauf im Detail finden Sie auch hier:
MPU Ablauf Schritt für Schritt
Kurzantwort:
Nein. Das gab es früher mal, ist aber schon lange abgeschafft worden.
Ausführlicher:
Es ist aber trotzdem nicht ratsam unnötig lange zu warten: Wer etliche Jahre lang nicht mehr fahren durfte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Führerscheinstelle auf die Idee kommen kann, dass überprüft werden muss, ob der Kandidat auf dem aktuellen Stand ist, was Theorie und Praxis angeht.
Konkret bedeutet das, dass verlangt werden kann, dass Theorieprüfung und praktische Fahrprüfung neu gemacht werden müssen. Die Pflicht-Fahrstunden entfallen dabei war, für ein kleines Butterbrot ist das trotzdem nicht zu kriegen…
Das wird oft auch dann gefordert, wenn der Betreffende vorher den Führerschein noch nicht lange hatte.
Kurzantwort:
Nein. Selber auswählen kann man nur die Begutachtungs-Stelle. Es gibt aktuell ungefähr 270 zugelassene Stellen in Deutschland. Jede Stelle muss aber mindestens 2 psychologische Gutachter haben.
Ausführlicher:
Mindestens theoretisch darf es ja eigentlich keine Rolle spielen, bei welchem Gutachter man die MPU absolviert, denn alle MPU-Gutachter sind an die offiziellen Beurteilungskriterien gebunden (einem Buch mit immerhin über 500 Seiten).
Das ist die theoretische Seite. Wie so oft, sieht die Wirklichkeit aber anders aus:
Dazu folgendes Erlebnis:
Ich erinnere mich an eine Fortbildungs-Veranstaltung des TÜV Süd vor mehreren Jahren. Der Referent hatte gerade das Thema Alkohol besprochen. Ein Teilnehmer schilderte einen eigenen Fall und wollte hören, ob der Referent denn Abstinenz für nötig hielt oder noch kontrolliertes Trinken für möglich hielt. Er gab nur eine sehr ausweichende Antwort.
Ein anderer Teilnehmer hakte nach und wollte vom Referent verbindlich hören, ab welchem Promillewert er Abstinenz verlangen würde.
"So pauschal kann ich nichts sagen. Da müsste ich den Fall genauer kennen," war seine Antwort. Viele Teilnehmer waren damit unzufrieden und drängten auf konkrete Zahlen.
Der Referent unterbrach kurz, um sich mit seinen Kollegen zu besprechen. Er kam dann zurück ans Mikrofon und erklärte: "Wir sind der Ansicht, dass wir unabhängig von der Höhe des Promillewertes 12 Monate Abstinenz-Nachweis empfehlen würden - weil schaden kann's ja nicht!"
Mit großem Gelächter wurde das quittiert.
Das Gelächter wird verständlich, wenn man weiß, dass TÜV Süd (wie andere Anbieter aber auch) ja Abstinenznachweise anbietet, und zwar zu einem sehr stolzen Preis. Wenig überraschend ist, dass sie Urin-Screenings und Haarproben nicht selber analysieren, sondern das bei einem Großlabor machen lassen.
Generell kann man sagen, dass zwischen dem Preis für eine Haaranalyse bei einem akkreditierten Großlabor und bei einem MPU-Institut oft ein Preisunterschied von 200 % und mehr liegt.
Das ist nicht nur bei TÜV Süd so (ich hab das nur als Beispiel genommen, weil ich mich gerade an die oben beschriebene Szene erinnert habe). Es hat sich längst so etabliert, dass speziell Haaranalysen als lukrative Neben-Einnahme "mitlaufen".
Das weiß ich nicht, und das wird man auch kaum wirklich erfahren können. Tatsache ist, dass aktuell nur die wenigsten MPU-Gutachter fest angestellt sind, sondern als Selbständige auf Werkvertragsbasis arbeiten.
Das muss an sich überhaupt nichts Schlimmes sein. Klar ist aber, dass auf solcher Basis ein psychologischer Gutachter, der einer gewünschten Linie nicht entsprechend folgt, bei Bedarf sehr leicht "ersetzt" werden kann.
Nehmen wir ruhig mal an, dass so weit alles seinen korrekten Gang nimmt und der einzelne Gutachter im Rahmen der Beurteilungskriterien eine gewisse Entscheidungsfreiheit hat.
Das ist an sich auch absolut sinnvoll, weil die Beurteilungskriterien niemals so starr sein können, dass sie wie ein Gitter auf den Einzelfall drauf gedrückt werden können. Es wird immer Fälle geben, die in einem Grenzbereich liegen, und da ist es einfach nötig, dass ein kompetenter Fachmann Entscheidungen trifft.
Auch Psychologen sind Menschen und keine Maschinen. Stöbern Sie ruhig im Internet und finden Sie heraus, was Kunden geschrieben haben über eine MPU-Stelle, zu der Sie eventuell gehen wollen.
Generell sollte man Rezensionen immer mit einer gewissen Skepsis lesen, weil ja gerade bei der MPU auch (und oft ganz besonders!) diejenigen "Dampf ablassen", die schlecht oder gar nicht vorbereitet waren, durchgefallen sind, aber noch nicht verstanden haben, woran es bei ihnen gemangelt hat.
Lesen Sie mehr zwischen den Zeilen. Oft kann man erkennen, was durchgefallene Kunden am meisten gestört hat:
Den einzelnen Gutachter können Sie ja nicht auswählen. Wenn Sie aber den Eindruck haben, dass es bei der betreffenden MPU-Stelle einen Gutachter gibt, der Ihnen von seiner Art her "total gegen den Strich" geht, dann gehen Sie lieber zu einer anderen Stelle!
Kurzantwort:
Die Kosten für eine MPU liegen meist zwischen 800 € und 1000 € für das Gutachten. Mit Vorbereitung, Abstinenznachweisen und Nebenkosten können insgesamt schnell 2.500 € bis über 3.000 € entstehen.
Ausführlicher:
Viele unterschätzen die tatsächlichen Kosten, weil sie nur die Prüfgebühr im Blick haben. Diese liegt je nach Fragestellung meist zwischen 400 € und 800 €. Der größte Kostenblock entsteht jedoch durch die Vorbereitung, etwa durch Beratungen, Abstinenznachweise oder Kurse.
Ein typischer Fall: Wer wegen Alkohol zur MPU muss und Abstinenznachweise erbringen muss, zahlt zusätzlich mehrere hundert Euro für Tests. Kommt noch eine Vorbereitung dazu, steigen die Gesamtkosten schnell deutlich an.
Wichtig ist daher, nicht nur die MPU selbst zu planen, sondern den gesamten Prozess finanziell einzuordnen.
Vergleichen Sie unbedingt die Preise! Es gab früher mal eine Preisbindung wenigstens bei den Preisen der MPU-Begutachtung. Die ist aber schon lang gefallen.
Laborkosten, Preise für Vorbereitungskurse usw. waren schon immer frei und variierten stark.
Aktuell (2026) liegt der mir bekannte günstigste Preis für eine Alkohol-Haaranalyse bei 65 € und der höchste für die gleiche Leistung bei 440 €. Preisvergleich lohnt sich also!
Investieren Sie lieber einmal in eine gute Vorbereitung, statt die MPU mehrfach bezahlen zu müssen. Dafür ist der zweifelhafte Spaß nun wirklich zu teuer…
👉 Eine ausführliche Übersicht zu den Kosten finden Sie hier:
MPU Kosten im Detail
Kurzantwort:
Das ist eher nicht zu empfehlen, weil dann der nächste Gutachter ja nachschauen könnte, was alles schlecht war. Das kann meistens nicht in Ihrem Interesse sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie aber nicht nur den Ort der Begutachtung wechseln, sondern auch den Anbieter.
Ausführlicher:
Viele glauben: In dem negativen Gutachten, das ich bekommen habe, steht ja drin, warum ich überhaupt durchgefallen bin. Ganz am Ende des Gutachtens steht auch meistens noch eine Empfehlung, was ich tun soll.
Genau das mache ich, gehe dann wieder zum gleichen Gutachter, der wird das mit ein paar kurzen Fragen erklären lassen - und alles ist in Butter: MPU jetzt bestanden!
So stellt klein Karlchen sich das vor - aber so ist es nicht!
Deshalb würde es auch kaum einen Nutzen für Sie bringen, wenn der neue Gutachter erst mal das alte Gutachten durchliest, sich seine Gedanken dabei macht, und vielleicht ganz besonders hartnäckig nach genau den Punkten bohrt, wegen denen Sie eben durchgefallen sind.
Unsicher, ob Sie bestehen würden?
Lassen Sie Ihren Fall kostenlos einschätzen – bevor Sie 1000 € riskieren.
Kurzantwort:
Die offizielle Durchfallquote bei der MPU liegt seit Jahren bei etwa 40 %. Wer unvorbereitet zur MPU geht, hat jedoch ein deutlich höheres Risiko – hier fallen bis zu 85–90 % durch.
Ausführlicher:
Ein häufiger Irrtum ist, dass man bei der MPU durchfällt, weil man „falsche Antworten“ gibt. In Wirklichkeit scheitern viele daran, dass ihre Aussagen nicht zusammenpassen oder oberflächlich bleiben.
Typisch ist zum Beispiel, dass jemand seinen früheren Alkoholkonsum herunterspielt, gleichzeitig aber keine überzeugende Erklärung liefert, warum sich sein Verhalten geändert haben soll. Solche Widersprüche erkennt der Gutachter sofort.
Auch fehlende Selbstreflexion ist ein häufiger Grund. Wer nur äußere Umstände verantwortlich macht („Pech gehabt“, „war nur einmal“), zeigt nicht die notwendige Einsicht – und das führt oft zum Nichtbestehen.
Die MPU ist keine klassische Prüfung – entscheidend ist, ob Sie glaubhaft zeigen können, dass Sie Ihr Verhalten dauerhaft geändert haben. Das hört sich harmlos an, ist aber längst nicht so einfach, wie man denken könnte.
Die oben genannten 40 % sind natürlich eine erschreckend hohe Zahl. Man könnte Böswilligkeit dahinter vermuten ("Beim ersten Mal fällt man grundsätzlich immer durch, dagegen kann man gar nicht tun!") oder inoffiziell tolerierte "Geldmacherei". Das wird der Realität aber nicht gerecht.
Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass man dann nicht durchfallen würde. Die Statistik widerlegt das aber klar. Weil schon vor vielen Jahren festgelegt wurde, dass nicht nur MPU-Gutachter nicht auch Kursleiter von Vorbereitungskursen sein darf, sondern sogar die Trägerinstitute nicht identisch sein dürfen, sollte man da nicht auf "Wunderheilungen" hoffen, meine ich.
Auch die Hoffnung, dass man nach negativem Gutachten beim 2. Anlauf "milder" bewertet werden würde, ist durch nichts zu belegen. Der gleiche Gutachter darf es sowieso nicht sein, und man sollte auch nicht erwarten, dass das Gespräch schon so ähnlich laufen wird wie beim ersten Mal.
Es muss ja einen ganz konkreten Grund gegeben haben für das negative Ergebnis. Das muss aus dem Gutachten hervor gehen. Und genau an dieser Stelle sollte eine sinnvolle Nachschulung ansetzen.
Kurzantwort:
Eine Haaranalyse dient als Abstinenznachweis für Alkohol oder Drogen. Sie ist nur gültig, wenn die Haare unbehandelt sind und bestimmte Mindestlängen eingehalten werden. Pro Monat werden ca. 1 cm Haar benötigt.
Ausführlicher:
Die Haaranalyse ist eine der häufigsten Methoden, um bei der MPU Abstinenz nachzuweisen. Sie wird von der Begutachtungsstelle akzeptiert, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Ein großer Vorteil, den man nicht übersehen sollte, besteht darin, dass Sie viel flexibler planen können: Wenn Sie sich für einen Urin-Screening-Vertrag entschieden haben, können Sie fast jederzeit sehr kurzfristig einbestellt werden (meistens innerhalb von 24 Stunden). Das kann extrem hinderlich sein, wenn Sie z.B. beruflich stark eingebunden sind.
Ein weiterer Vorteil von Haaranalysen besteht darin, dass sich dafür jedes dafür akkreditierte Labor aussuchen können. Es gibt enorm hohe Preisunterschiede. Weil Sie zur Haaranalyse ja nicht überraschend einbestellt werden, kann es Sinn machen auch eine etwas weitere Anfahrt zum Labor in Kauf zu nehmen, wenn es dort wesentlich billiger zu bekommen ist.
Bei der Haaranalyse wird eine Haarprobe entnommen und im Labor auf Alkoholabbauprodukte oder Drogenrückstände untersucht. Die Haare speichern diese Stoffe über einen längeren Zeitraum, sodass ein Rückblick möglich ist.
Längere Zeiträume sind nur möglich, wenn ausreichend unbehandeltes Haar vorhanden ist und die Proben regelmäßig entnommen werden.
Viele Betroffene warten zu lange oder färben bzw. bleichen ihre Haare, bevor sie sich über die Anforderungen informieren. Dadurch wird die Haaranalyse unbrauchbar und der Abstinenznachweis muss komplett neu begonnen werden.
Die Haaranalyse ist nur gültig, wenn sie nach den offiziellen Vorgaben der MPU-Begutachtungsstellen durchgeführt wird.
Kurzantwort:
Ob Sie Abstinenz nachweisen müssen, hängt vom Einzelfall ab. Bei Alkohol ist oft eine Abstinenz erforderlich, insbesondere bei höheren Promillewerten oder Wiederholungstätern. Bei Drogen wird in der Regel fast immer Abstinenz verlangt.
Ausführlicher:
Wer Abstinenz-Nachweise bringen muss, wird das meistens als sehr lästig und vielleicht sogar als Schikane empfingen. Das kann ich gut verstehen.
Bedenken Sie aber, dass es auch eine gute Seite haben kann: Immerhin haben Sie damit eine erste Möglichkeit zu zeigen, dass Sie sich schon mal so weit informiert haben, dass Sie erkannt haben, dass in Ihrem Fall Abstinenz sinnvoll oder sogar nötig ist und es wichtig war, frühzeitig damit anzufangen.
Mancher MPU-Kandidat, der wegen Verkehrsdelikten (so genannte V-Verstöße, oft typische "Serientäter") zur MPU muss, wäre wahrscheinlich froh, wenn er eine vergleichbare Nachweis-Möglichkeit auch hätte!
⇒ Ausführliche Informationen finden Sie bei MPU-Abstinenz
Kurzantwort:
Es gibt keine Verpflichtung das MPU-Gutachten abzugeben - auch wenn manchmal der Eindruck erweckt wird!
Ausführlicher:
Sorgen Sie unbedingt dafür, dass das Gutachten nur an Sie selbst geschickt wird und auf keinen Fall direkt an die Führerscheinstelle! Oft steht nämlich ganz am Ende eine Art "Empfehlung" (z.B. dass Sie 12 Monate Abstinenz nachweisen sollen). Wenn die Führerscheinstelle das negative Gutachten erhält, landet es in Ihrer Führerscheinakte und bleibt 10 Jahre lang abgeheftet. Jeder zukünftige Gutachter kann das lesen und sieht auch diese Empfehlung. Wenn Sie der nicht gefolgt sind, haben Sie sehr schlechte Karten!
Es kann passieren, dass Ihr Sachbearbeiter auf stur schaltet und sich weigert Ihre Führerscheinakte neu zu verschicken, wenn Sie ihm das negative Gutachten nicht vorlegen. Dann einfach den Antrag auf Neuerteilung Ihres Führerscheins kommentarlos zurück ziehen und sofort neu stellen.
Das ist oft der Fall bei Trunkenheit auf dem Fahrrad. Was aber tun, wenn Sie dann bei der MPU durchgefallen sind und sich der Sachbearbeiter bei der Führerscheinstelle weigert Ihre Akte neu zu verschicken, so lange Sie ihm nicht das negative Gutachten vorgelegt haben?
Es wird dann leider darauf hinaus laufen, dass wahrscheinlich der Führerschein erst einmal weg ist. Lassen Sie sich aber nicht unter Druck setzen und zu schlechten Entscheidungen verleiten:
Kurzantwort:
Sie können die MPU unbegrenzt wiederholen – bis Ihr Geld aufgebraucht ist…
Ausführlicher:
Sinn der MPU ist es ja, Ihnen Gelegenheit zu geben zu zeigen, dass Sie Ihr problematisches Verhalten im Straßenverkehr aufgearbeitet und inzwischen dauerhaft abgestellt haben. Es ist Ihnen selbst überlassen einzuschätzen, wann Sie so weit sind.
Anders als bei vielen Prüfungen gibt es hier kein "Limit". Formal ist die MPU nämlich gar keine Prüfung und auch keine Verwaltungsmaßnahme, sondern eine so genannte vorbereitende Maßnahme zur Einschätzung Ihrer Verkehrstauglichkeit.
Bei der MPU gibt es keinen ermäßigten Tarif bei Wiedervorführung wie bei der HU Ihres Autos, sondern es fällt jedes Mal der volle Betrag an - und das sind ja meistens um die 1000 €…
Kurzantwort:
Ungefähr 10 % der Kandidaten bekommen ein negatives MPU-Gutachten mit Kursempfehlung. Wenn man dann einen solchen Kurs macht, bekommt man den Führerschein wieder ohne erneute Begutachtung.
Ausführlicher:
Es kann vorkommen, dass der Gutachter Restzweifel sieht und eine MPU mit Kursauflage ausspricht. Solche Kurse nach §70 gibt es für Alkohol und für Drogen. Sie sollen den Zweck haben die Stabilität des gewünschten Verhaltens, was bei Ihnen zwar ansatzweise zu sehen ist, aber noch Schwächen zeigt, so weit zu verbessern, dass eine positive Prognose erreicht wird.
Das sind Gruppenkurse mit 10-15 Teilnehmern, die meistens in 4 längeren Nachmittags-Sitzungen am Wochenende durchgeführt werden. Es besteht Anwesenheitspflicht, aber eine erneute Prüfung findet nicht mehr statt. Ein solcher §70-Kurs kostet aktuell ungefähr 500 Euro.
Über die Qualität der §70-Kurse kann man sehr geteilter Meinung sein. Viele Betroffene, mit denen ich danach gesprochen habe, waren der Ansicht, dass sie nicht wirklich wesentliche neue Erkenntnisse gewonnen haben, weil durch die große Gruppe nur sehr wenig auf den Einzelfall eingegangen werden kann.
Falls Sie nach einer solchen positiven MPU mit Kursauflage den Führerschein wieder bekommen haben und später durch erneute Auffälligkeit wieder eine MPU machen müssen, steht Ihnen jetzt keine Möglichkeit mit Kursauflage mehr offen, denn ganz offensichtlich hat es bei Ihnen ja mit der erhofften Stabilität nicht fuktiniert.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass diese Kurse nur denen offen stehen, denen der Führerschein bereits entzogen wurde. Wer ihn zum Zeitpunkt der MPU noch hat (das ist z.B. bei Alkohol auf dem Fahrrad oft der Fall), für den ist kein §70-Kurs möglich. - Welche Logik hinter dieser Einschränkung aber stecken soll, erschließt sich mir nicht!
Kurzantwort:
Nirgends. Gegen das Ergebnis der MPU ist kein Widerspruch möglich!
Ausführlicher:
Das liegt daran, weil die MPU kein klassischer Verwaltungsakt ist, sondern formal extern als eine so genannte vorbereitende Maßnahme gilt. Das ist ein Kuriosum, das ich nur schwer verständlich finde. Schließlich bekommt ja die MPU dadurch ein Art "Unfehlbarkeits-Status" der Begutachtung.
Ganz so krass ist es bei genauem Hinschauen dann aber doch nicht: Immerhin haben Sie die Möglichkeit die MPU so oft Sie wollen zu absolvieren - wobei natürlich von wollen keine Rede sein kann…
Sie müssen ein negatives MPU-Ergebnis nicht bei der Führerscheinstelle abgeben (und sollten das auch wirklich nicht tun!).
Ich erlebe immer wieder, dass Betroffene gar nicht auf die Idee kommen, dass das Ergebnis der MPU nicht abgegeben werden muss. Sie sind aber der zahlende Auftraggeber der Begutachtung. Sorgen Sie deshalb unbedingt dafür, dass das Gutachten nur an Sie selbst verschickt werden darf und auf keinen Fall an die Führerscheinstelle direkt!
Schauen Sie sich das Gutachten an. Ganz am Ende finden Sie das amtliche Ergebnis. Nur wenn das wirklich positiv ist geben Sie es bei der Führerscheinstelle ab.
Falls es negativ ausgefallen ist, lesen Sie das Gutachten sehr aufmerksam rst edurch. Es muss genau erklärt sein, wieso der Gutachter zu seinem Ergebnis gekommen ist. Entsprechend besser vorbereitet machen Sie einen neuen MPU-Anlauf.
Wenn Sie Fragen zum Gutachten haben (nicht alles ist immer so allgemein verständlich geschrieben, wie man sich das wünschen würde…), berate ich Sie gerne in meinem kostenlosen Erstgespräch per Video-Konferenz und erläutere Ihnen das Ergebnis.
⇒ Welche Möglichkeiten (wenn auch mit oft nicht viel Erfolgsaussicht…) Sie trotzdem sonst noch haben, wird auf mpu-alarm.de genauer erklärt.
Kurzantwort:
Eine gute MPU Vorbereitung ist entscheidend für das Bestehen. Ich empfehle dabei den Schwerpunkt auf das Einzelgespräch mit dem psychologischen Gutachter zu legen.
Ausführlicher:
Reue und ein schlechtes Gewissen beeindrucken den psychologischen Gutachter nicht. Was bereits geschehen ist, das lässt sich ja eh nicht aus der Welt schaffen. Er erwartet von Ihnen aber, dass Sie gründlich aufgearbeitet haben, warum Sie sich so und nicht anders verhalten haben.
Es gibt keinen Zwang, dass man einen Vorbereitungskurs unbedingt machen muss. Es ist Ihnen selbst überlassen, wie Sie sich auf die MPU vorbereiten wollen. Wenn Sie das komplett in Eigenarbeit machen wollen, kommt ein Batzen Arbeit auf Sie zu:
Nur wenn Sie diese Fragen alle überzeugend beantworten können, darf der Gutachter Ihnen eine positive Prognose geben. Unterschätzen Sie das nicht! Das ist kein Kinderspiel.
Die MPU ist eine ganz klar auf den Einzelfall ausgerichtete Begutachtung. Ein professioneller MPU-Vorbereiter kennt diese Arbeitsweise und kann zusammen mit Ihnen Ihren Fall Schritt für Schritt durch gehen und ganz gezielt die Fragen ansprechen, die für Sie eine Rolle spielen.
Dadurch sparen Sie viel Zeit und können sich auf das konzentrieren, was für Ihren Fall wirklich wichtig ist.
Kurzantwort:
Eine 100 % sichere Methode gibt es nicht, aber einige Hinweise, die Sie stutzig machen sollten.
Ausführlicher:
Kurzantwort:
Die MPU selbst dauert meist zwischen 2 und 4 Stunden. Die Vorbereitung kann jedoch mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Ausführlicher:
Viele gehen davon aus, dass die MPU ein einmaliger Termin ist – tatsächlich ist sie aber nur der Abschluss eines längeren Prozesses. Die Untersuchung selbst dauert meist zwischen zwei und vier Stunden und umfasst mehrere Teile wie Reaktionstest, ärztliche Untersuchung und psychologisches Gespräch.
Entscheidend ist aber die Vorbereitung davor. Je nach Situation kann diese wenige Wochen bis mehrere Monate dauern, insbesondere wenn Abstinenznachweise erforderlich sind.
Wer diesen zeitlichen Aufwand unterschätzt, riskiert unnötige Verzögerungen oder ein negatives Gutachten.
Der eigentliche Termin bei der MPU ist relativ kurz:
Entscheidend ist aber die Vorbereitung: Je nach Vorgeschichte (z. B. Alkohol oder Drogen) kann es erforderlich sein, über mehrere Monate Abstinenz nachzuweisen. Klären Sie das unbedingt frühzeitig! Nichts ist ärgerlicher, als wenn man erst kurz vor Ende der Sperrfrist feststellt, dass ja 12 Monate Abstinenznachweise nötig sind…
Natürlich ist es im Notfall auch machbar, dass man die MPU-Vorbereitung in Form eines Crash-Kurses durchzieht. Aber warum sollte man das tun? Ich rate Ihnen, dass Sie es nicht auf die lange Bank schieben, sondern entspannt frühzeitig die Vorbereitung angehen. Sie werden merken, wie sich mit zunehmender Aufarbeitung immer deutlicher ein roter Faden abzeichnet und das flaue Gefühl im Magen nachlässt.
Kurzantwort:
Wer 8 Flensburger Punkte erreicht, bekommt 6 Monate Sperrfrist und muss dann erfolgreich eine MPU ablegen, bevor er den Führerschein wieder bekommt.
Ausführlicher:
Die MPU mit so genannter V-Fragestellung gilt als besonders schwierig. Eine wesentliche Ursache besteht darin, dass diese Kandidaten ja - anders als bei Alkohol- oder Drogen-Delikten - keine Möglichkeit haben durch irgendwelche Abstinenz-Nachweise schon mal zu belegen, dass sie immerhin erste wichtige Änderungen durchgeführt haben.
Erschwerend kommt dazu, dass es sich meistens um harte Wiederholungstäter handelt, die ja ganz offensichtlich durch Geldstrafen (und oft sogar befristete Fahrverbote) nicht zu beeindrucken waren.
Nicht zufällig gilt die MPU wegen Verkehrsdelikten als die "Königs-Disziplin" der MPU, weil man es erstens meistens sehr schwer hat nachvollziehbar zu erklären, warum man sich so verhalten hat, und zweitens glaubhaft zu versichern, dass man jetzt tatsächlich die alten Unarten abgelegt hat.
Das Flensburger Punktesystem gibt es bereits seit 1974. Man wollte damit Mehrfachtäter im Straßenverkehr erfassen. Genau diesen Täter hat auch die MPU bei den Verkehrsdelikten im Fokus.
Anders als z.B. bei Trunkenheitsfahrten mit 1,6 ‰ oder mehr wird nicht bereits nach einem einzigen entsprechenden Verstoß eine MPU verlangt. Man setzt beim Punktesystem darauf, dass Einsicht und Vernunft dazu führen werden, dass der mit steigender Punktezahl bedrohlicher werdende Führerscheinverlust dazu führt, dass man "sich zusammen reißt" und regelkonformer fährt.
Wer das nicht tut und auch die Verwarnungen standhaft ignoriert gehört zu einer sehr kleinen Gruppe, die dann schließlich bei der MPU landet:
Hätten Sie gedacht, dass das jährlich weniger als 17.000 Fälle sind bei immerhin deutlich über 50 Millionen Führerschein-Inhabern?
Das sind nur 0,03 % der Führerscheininhaber - und das bei einer Anzahl von Geschwindigkeits-Überschreitungen im 2-stelligen Millionenbereich…
Das Punktesystem scheint - bei aller Kritik, die man anbringen kann - also doch ihr Ziel erstaunlich gut zu erreichen.
Außer den Flensburger Punkten gibt es noch eine ganze Reihe weiterer möglicher Ursachen, die eine MPU wegen Verkehrsdelikten bescheren können. Das sind vor allem Delikte folgender Art:
Gerade mit dem letzten Punkt hab ich selber leidvolle Erfahrung machen müssen:
Ich wurde zur MPU aufgefordert wegen hartnäckigem Parken ohne Parkschein innerorts (46 mal in 2 Jahren) immer an der gleichen Stelle.
Die Logik dabei: Wer Vorschriften so systematisch ignoriert, bei dem ist auch damit zu rechnen, dass er auch sonst für sich das Recht beansprucht selber zu entscheiden, welche Regeln für ihn gelten sollen und welche nicht. Darin würde aber eine erhöhte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer gesehen.
Kurzantwort:
Auch als Radfahrer kann einen die MPU erwischen: Wer mit 1,6 ‰ oder mehr mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnimmt, verliert deinen Führerschein, wenn er bei der MPU durchfällt oder sich weigert, an der MPU teilzunehmen.
Ausführlicher:
Man hat wohl schon mal gehört, dass man auch als Radfahrer den Führerschein verlieren kann - aber so richtig genau wissen tun das immer noch erstaunlich Wenige. Besonders böse ist dann das Erwachen, wenn man in eine Kontrolle kommt und mit zu viel Promille erwischt wird. Auf Sie wartet dann:
Der Führerschein wird einem normalerweise erst mal belassen (aber da gibt es regional auch Unterschiede) bis zur MPU.
Hier gibt es feine, aber entscheidende Unterschiede:
Welche Fahrzeuge wie ein Kfz behandelt werden (das heißt: Alkohol-Grenze 0,5 ‰!), ist auch daran zu erkennen, ob sie ein Nummernschild brauchen ("Moped-Kennzeichen") oder nicht.
Kurzantwort:
Die MPU ist für viele schwer – vor allem ohne Vorbereitung. Mit der richtigen Vorbereitung bestehen jedoch deutlich mehr Teilnehmer.
Ausführlicher:
Die Schwierigkeit liegt nicht in den Tests oder der Medizin, sondern im psychologischen Gespräch. Hier müssen Sie glaubhaft zeigen, dass Sie Ihr Verhalten dauerhaft geändert haben.
Es ist gar keine Frage: Die MPU ist nicht nur teuer, sondern sie wird von fast allem auch als extrem lästig empfunden. Es ist deshalb gut nachvollziehbar, dass man dieses Thema erst mal möglichst weit weg schiebt. Viel zu spät entdeckt man dann, dass man anscheinend eine Vorbereitung gebraucht hätte und eventuell auch noch Abstinenz-Nachweise, die man jetzt leider nicht hat…
Augen zu und durch wird bei der MPU ganz bestimmt nicht funktionieren! Das wäre nur sinnlos zum Fenster raus geworfenes Geld - und das nicht wenig…
Das heißt konkret:
…an ein Ereignis aus meiner Anfangszeit der MPU-Vorbereitung: Ich bekam eine Anfrage wegen eines gaaaanz dringenden Termins, und zwar unbedingt gleich morgen früh. Okay, das konnte ich einrichten.
Es stellte sich heraus, dass es sogar ein recht schwieriger Fall war. Mit konzentrierter und intensiver Arbeit und sehr motivierter Mitarbeit des Klienten war aber in etwas mehr als 6 Stunden doch noch was Brauchbares hinzukriegen. Am Schluss der langen Sitzung hab ich ihn noch gefragt, wieso es denn unbedingt heute früh sein musste: "Na weil ich morgen doch schon die MPU hab!"
Der Mann hat tatsächlich bestanden.
Noch eins drauf gesetzt auf die Kuriosität haben zwei für mich überraschende Details:
Kurzantwort:
Jein. - Es gibt keine "offizielle" Möglichkeit, die MPU zu umgehen, wenn sie von der Führerscheinstelle angeordnet wurde.
Ausführlicher:
Immer wieder kursieren im Internet angebliche "Tricks", um die MPU zu vermeiden. In der Praxis führen diese Wege jedoch fast immer zu noch größeren Problemen.
Der sinnvollste Weg ist es fast immer, die Anforderungen zu erfüllen und sich gezielt vorzubereiten.
Eine legale Möglichkeit ist es grundsätzlich schon, dass man die MPU in einem anderen MPU komplett neu macht. Verboten ist das nicht. Der Aufwand und die damit verbundenen Kosten sind aber unterm Strich deutlich höher als den Führerschein durch eine bestandene MPU ganz normal in Deutschland zurück zu kriegen.
Das erste Hindernis ist die Frage nach dem Wohnsitz. Es wird verlangt, dass Sie mindestens ein halbes Jahr in dem betreffenden Land schon wohnen - ganz offiziell.
Jetzt ist es ja kein Geheimnis, dass es auf das Thema MPU-Führerschein spezialisierte Anbieter gibt, die hier verschiedene "Hintertürchen" haben (z.B. durch reine Briefkasten-Adressen). Ich will gar nicht diskutieren, wie "korrekt und sicher" das eventuell ist.
Warnen möchte ich aber vor möglichen Fallen:
Auch wenn solche Spitzfindigkeit wohl eher die Ausnahme sein dürfte, zeigt dieses Beispiel doch, dass auch hier der "Teufel im Detail" stecken kann.