Die MPU ist für viele Menschen eine große Belastung. Unsicherheit, Angst vor dem Gespräch mit dem Gutachter und die Sorge vor einem negativen Ergebnis kennt fast jeder Betroffene. "Ich sag einfach die Wahrheit, dann muss es ja klappen" ist aber nicht die Lösung.
Folgende Themen werden behandelt:
Die MPU ist keine klassische Wissensprüfung, sondern eine Einschätzung der persönlichen Veränderung. Genau hier scheitern viele Teilnehmer bereits beim ersten Versuch.
Entscheidend ist nicht, "richtige Antworten" auswendig zu lernen, sondern das eigene Verhalten ehrlich aufzuarbeiten und nachvollziehbar darzustellen. Wer die Hintergründe versteht und sich gezielt vorbereitet, kann seine Chancen deutlich verbessern und unnötige Wiederholungen vermeiden.
Diese Seite zeigt Ihnen, worauf es bei der MPU Vorbereitung wirklich ankommt und welche typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Die MPU ist keine reine Formsache, sondern eine tiefgehende psychologische Begutachtung. Viele Teilnehmer gehen mit der falschen Erwartung in die Untersuchung, dass es vor allem um Faktenwissen oder richtige Antworten geht. Genau das führt oft zu Problemen.
In Wirklichkeit achtet der Gutachter darauf, ob eine stabile und nachvollziehbare Verhaltensänderung vorliegt. Wer sein früheres Verhalten nicht kritisch reflektiert oder widersprüchliche Aussagen macht, wirkt schnell unglaubwürdig – auch wenn die Absicht zur Veränderung grundsätzlich vorhanden ist.
Viele Teilnehmer fallen beim ersten Versuch durch.
Was Sie in diesem Fall konkret tun sollten, erfahren Sie hier:
⇒ MPU durchgefallen – was jetzt?
Der Schwerpunkt guter MPU-Vorbereitung sollte ganz klar auf dem Einzelgespräch mit dem psychologischen Gutachter liegen: Dort wird entschieden, ob Sie eine positive Prognose bekommen oder durchfallen.
Der wichtigste Teil der MPU ist das Gespräch mit dem Gutachter. Mehr dazu hier:
psychologisches MPU Gespräch
Eine MPU kann man nicht "austricksen". Aber man kann sich so vorbereiten, dass man sie mit maximaler Wahrscheinlichkeit besteht. - Und genau das entscheidet sich fast immer im psychologischen Teil der MPU.
Dafür gibt es keine Vorgabe. Es gibt offiziell sogar nicht einmal eine Vorgabe, dass man sich überhaupt vorbereiten muss! Das ist eigentlich überraschend, weil es ja z.B. für die Fahrprüfung recht genaue Vorgaben gibt (theoretische Prüfung, Pflicht-Fahrstunden usw.).
Die durchschnittliche Quote der "Durchfaller" liegt schon seit vielen Jahren ziemlich konstant bei 40 % - eine sehr stattliche Zahl, finde ich! Damit sollte jedem klar sein, dass es zum Fenster rausgeworfenes Geld ist, wenn man unvorbereitet und blauäugig antritt.
Grundsätzlich ist es schon möglich, dass man sich komplett in Eigenregie auf die MPU vorbereiten kann. Man sollte aber den dafür nötigen Aufwand nicht unterschätzen.
Es gibt zwar Bücher, die Erfolg versprechen bei der MPU-Vorbereitung - aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus: Die MPU ist eine sehr genaue Einzelfall-Begutachtung von etwa 1 Stunde(!) Dauer. Bücher können immer nur Allgemeines liefern und vielleicht noch illustriert durch ein paar plakative Beispiele.
Das ist sehr gefährlich, weil es einem den Eindruck falscher Sicherheit vermittelt. Entscheidend ist vor allem, ob Ihre Entwicklung nachvollziehbar und stabil wirkt.
Viele Teilnehmer scheitern nicht an fehlendem Wissen, sondern an wiederkehrenden, typischen Fehlern. Die lassen sich aber mit der richtigen Vorbereitung vermeiden.
Den Ablauf der Untersuchung finden Sie hier: MPU Ablauf
Eine gezielte Vorbereitung hilft Ihnen, typische Fehler zu vermeiden und sich sicher auf das Gespräch einzustellen.
Mehr dazu im psychologischen Gespräch.
Der psychologische Gutachter muss verstehen können, was hinter dem problematischen Verhalten steckt, wegen dem Sie jetzt schließlich bei der MPU gelandet sind. Weil er aber kein Hellseher ist, kommt es ganz entscheidend auf Ihre Vorarbeit an.
Wenn er Ihnen mühsam jeden Satz einzeln "aus der Nase ziehen" muss und Zusammenhänge eher erraten muss, sind das denkbar schlechte Voraussetzungen für eine positive Prognose.
Nicht der Gutachter soll Ihnen erst erklären müssen, was bei Ihnen schief gelaufen ist, sondern das müssen Sie bereits ausführlich erarbeitet haben und sollen es ihm möglichst gut nachvollziehbar erläutern - das war Ihre Hausaufgabe!
Es gibt nicht die eine Methode, um sich auf die MPU vorbereiten zu lassen. Hier stelle ich Ihnen die zwei häufigsten vor und erkläre, welcher grundlegende Ansatz dahinter steht.
Dieser Ansatz geht davon aus, dass beim Klient eine Störung vorliegt, gegen die mit therapeutischen Mitteln vorgegangen werden soll.
Schauen wir uns mal an, was Wikipedia zu Therapie schreibt:
Wenn Sie aufmerksam mit gelesen haben, wird Ihnen wahrscheinlich aufgefallen sein, dass das problematische Verhalten, das zur MPU geführt hat, zumindest sehr in der Nähe von einer psychischen Störung gesehen wird.
Bei entsprechend starker Ausprägung kann das nachvollziehbar sein (z.B. bei starkem Alkohol- oder Drogenkonsum, wo der Klient unter deutlichem Kontrollverlust leidet). Mir gefällt aber nicht, dass im therapie-orientierten Ansatz automatisch jedem Verhalten, das eine MPU nach sich zieht, mit Kategorien wie "Heilung" begegnet werden soll.
Schätzen Sie Ihr Verhalten, das jetzt zur MPU geführt hat, so ein, dass Sie große Probleme haben es zu kontrollieren? Wenn das der Fall ist, kann eine Therapie tatsächlich sinnvoll sein.
Unabhängig davon folgt meiner Ansicht nach nicht zwingend daraus, dass Ihre Vorbereitung auf die MPU auch tatsächlich als Bestandteil einer solchen therapeutischen Maßnahme am besten aufgehoben ist.
Dieser Ansatz baut auf einer grundsätzlich anderen Sichtweise auf:
Das problematische Verhalten dieser Personen wird hier nicht als eine "Erkrankung" gesehen, die ein Therapeut "heilen" soll durch klassisch psychologisch-therapeutische Maßnahmen.
Stattdessen stehen hier Einsicht und Vernunft im Vordergrund. Es wird angenommen, dass eine zuverlässige Verhaltenskontrolle gelingt, wenn sich der Betroffene intensiv genug damit auseinander gesetzt hat.
Beide Methoden können geeignet sein, um bei der MPU erfolgreich abzuschneiden. Sie bauen aber auf einem unterschiedlichen Menschenbild auf. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie Ihr Verhalten interpretiert wird:
Der therapie-orientierte Ansatz geht davon aus, dass der Klient ein konkretes Problem hat, für das er externe Hilfe sucht. Der Therapeut hat dafür Spezialwissen, mit dem er ihn "zurück auf den richtigen Weg" bringen soll. Wie genau er das machen wird und wie lange das dauern wird, das wird dem Therapeut überlassen. Der Klient übergibt also eine ganze Portion Verantwortung für seine "Heilung" dem Therapeut.
Der führerschein-orientierte Ansatz nimmt an, dass das problematische Verhalten, das zur MPU geführt hat, eine Art "schlechte Angewohnheit" ist, die man sich auch wieder abgewöhnen kann - wenn man es wirklich will. Eigenverantwortung wird dabei groß geschrieben.
Der MPU-Vorbereiter "führt" den Klient auch. Seine Hilfe besteht aber darin, dass er weiß, auf was bei der MPU genau geachtet wird. Das ist nichts, das man stur auswendig pauken kann wie bei der theoretischen Fahrprüfung, sondern es ist eine Art Schema, das auf Ihren individuellen Fall angewandt wird. Er wird das zusammen mit Ihnen durchsprechen und so vorbereiten, dass Sie eine positive Prognose bekommen: MPU bestanden!
Ein gefährliches Problem des therapeutischen Ansatzes sieht folgendermaßen aus:
Beim therapeutischen Ansatz wird unmittelbar am Verhalten angesetzt. Der Therapeut wird Ihnen das unerwünschte Verhalten nach und nach "weg trainieren". Der Gutachter bei der MPU wird erkennen, ob das erfolgreich war oder nicht. Die MPU-Begutachtung selber kommt im therapeutischen Ansatz gar nicht vor.
Die führerschein-orientierte Methode geht den genau umgekehrten Weg: Sie erfahren, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, damit Sie eine positive Prognose bei der MPU bekommen. Eventuell gibt es dafür besondere Nachweise, die Sie bringen müssen (z.B. Abstinenz-Nachweise wegen Alkohol oder Drogen, je nach dem einzelnen Fall eben). Sie müssen dem Gutachter zeigen können welche Veränderungen Sie in Ihrem Leben alle durchgeführt haben. Er muss erkennen können, dass Sie wirklich verstanden und eingesehen haben, wieso Ihr altes Verhalten so problematisch gewesen ist. Deshalb wird es in Zukunft nicht mehr vorkommen.
Der therapeutische Ansatz setzt darauf, dass die Einsicht nach der Verhaltensänderung so zu sagen "von selber" kommen wird. Ohne diese Einsicht gibt es aber keine positive MPU. Das kann ein Problem sein: Das Verhalten haben Sie bereits verändert, aber die wirkliche Einsicht ist noch nicht ausreichend "angekommen" bei Ihnen im Kopf. Dann wären Sie "noch nicht reif" für die MPU.
Ich arbeite bewusst führerschein-orientiert.
Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, Sie "zu therapieren", sondern Sie gezielt auf das Gespräch vorzubereiten.
Ich kann Sie auf jeden einzelnen der vielen kleinen "Stolpersteine" aufmerksam machen und werde besprechen, wie Sie denen am besten aus dem Weg gehen können. Ich möchte Ihnen die MPU und die Arbeitsweise des Gutachters so weit vertraut machen, dass sie einen großen Teil ihres Schreckens verliert.
Und wichtig zu wissen: Ganz obenan steht bei meiner Arbeitsweise das Ziel, dass Sie den Führerschein möglichst bald und dauerhaft wieder haben sollen.
Es ist eine Situation, die man nicht kennt und von der man schon viel Schlimmes gehört hat:
Prüfungsangst ist die klassische Angst zu versagen - eigentlich hab ich doch alles gewusst, aber im entscheidenden Moment war plötzlich totale Blockade!
Ein gewisses Maß an Nervosität und Anspannung ist völlig normal und kann sogar nützlich sein und die Konzentration begünstigen. Alles was über ein gesundes Level raus geht wird aber destruktiv.
Dazu ein Beispiel, das mit MPU gar nichts zu tun hat, aber den Mechanismus gut erklären kann:
Ich spiele oft Schach - nicht sehr gut, aber mit Begeisterung. Seit einigen Jahren gibt es ja mehrere Internet-Plattformen, wo man kostenlos online spielen kann gegen Gegner von irgendwo auf der Welt. Das fasziniert mich.
Ich habe inzwischen ein recht feines Gespür entwickelt, ob ich gerade in "guter Spiel-Stimmung" bin oder nicht: Wenn mir nebenher verschiedene Dinge durch den Kopf gehen, die mich gerade beschäftigen, kann ich mich noch so anstrengen, spiele aber deutlich schlechter als wenn ich einen klaren Kopf hab und entspannt bin.
Es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied zur MPU: Meine Schachpartien spiele ich ja nur "just for fun" - schon mit einem gewissen Ehrgeiz, aber es geht um nichts. Deshalb kann ich das ganz entspannt angehen.
Bei der MPU geht es aber sehr wohl um was: den Führerschein nämlich! Wenn Sie es nicht schaffen diesen Gedanken so weit im Zaum zu halten, dass er nicht ständig an die Oberfläche drängt, geht es Ihnen bei der MPU genau so wie mir, wenn ich beim Schach durch andere Gedanken abgelenkt bin. Das ist Gift für den Erfolg!
Dem Gutachter ist ja auch klar, dass die Situation der MPU belastend ist. Es ist völlig normal, dass man mal den Faden verlieren kann und sich verhaspelt. Versuchen Sie das gar nicht zu überspielen, sondern unterbrechen Sie einfach, sagen Sie, dass Sie einen Augenblick brauchen, um Ihre Gedanken zu sortieren, und fangen Sie den letzten Gedankengang nochmals neu an.
Kein Gutachter wird Ihnen das übel nehmen, sondern er wird es als Authentizität - also "Echtheit" Ihres Verhaltens - positiv werten!
Wenn Sie tatsächlich sehr nervös sind, sagen Sie das ruhig gleich am Anfang des Gesprächs und spielen Sie nicht den coolen Maxe, der Sie gar nicht sind! Das würde nämlich nicht gut ankommen.
Bei meiner MPU-Vorbereitung dreht sich alles um das psychologische Einzelgespräch. Natürlich kann man auch im Internet einiges drüber lesen, und man kann auch ein paar (mehr oder weniger realistische) gestellte Videos sehen. Der Schwachpunkt bei all dem ist aber: Es sind nur Beispiele und nicht Ihr wirklicher konkreter Fall.
Meine MPU-Vorbereitung setzt aber genau dort an: