Viele haben große Angst vor der MPU, weil sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt.
Ich musste die MPU selbst schon mal absolvieren und kenne diese Unsicherheit deshalb gut.
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen den Ablauf der MPU Schritt für Schritt – einfach und verständlich, ohne Fachbegriffe.
Der Ablauf der MPU ist kein Zufall – er folgt klaren Regeln und ist gut planbar. Diese Regeln sind auch nicht geheim. Ich erkläre Ihnen was genau auf Sie wartet.
Die MPU besteht aus drei Teilen:
Die Reihenfolge kann auch abweichen - je nachdem, was gerade frei ist. Am Ende wird ein Gutachten erstellt, das entscheidet, ob Sie als geeignet zum Fahren angesehen werden oder nicht.
Hier wird geprüft, ob körperliche Probleme oder Konsum von Alkohol oder Drogen vorliegen.
Je nach Grund Ihrer MPU kann es sein, dass Sie Abstinenznachweise vorlegen müssen. Es geht hier nicht darum, Sie zu "überführen", sondern um eine medizinische Einschätzung.
Wenn Sie bei der medizinischen Untersuchung nach Ihrem Konsumverhalten gefragt werden, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie hier keine anderen Angaben machen als im psychologischen Gespräch, weil sonst Ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt würde!
Beim Leistungstest wird geprüft, wie gut Ihre Reaktion, Konzentration und Aufmerksamkeit sind. Das passiert meist am Computer mit einfachen Aufgaben.
Viele haben davor Angst, aber der Test ist in der Regel gut machbar, wenn man halbwegs konzentriert ist.
Das wichtigste Element der MPU ist das Gespräch mit dem Psychologen. Das dauert ungefähr eine Stunde.
Meine Erfahrung:
Ich habe die MPU selbst durchlaufen und weiß, wie sich Unsicherheit anfühlt. Genau deshalb erkläre ich hier alles so einfach wie möglich.
Hier geht es nicht darum, "richtige Antworten" zu geben, sondern darum, dass Sie ihr Verhalten verstanden haben und glaubwürdig erklären können. Nur wenn das problematische Verhalten, das Sie jetzt zur MPU geführt hat, dauerhaft abgestellt wurde, darf Ihnen der Gutachter eine positive Prognose erteilen.
Typische Themen sind:
Viele scheitern hier, weil sie versuchen, etwas auswendig Gelerntes vorzuspielen statt ehrlich zu sein. Das funktioniert aber fast nie. Der Gutachter macht ja seinen Job nicht erst seit gestern und er ist gewöhnt, dass er angelogen wird. Durch gezielte Nachfragen stößt das auswendig Gelernte sehr bald an seine Grenzen und die Glaubwürdigkeit geht den Bach runter…
Was Sie in diesem Fall konkret tun sollten, erfahren Sie hier:
⇒ MPU durchgefallen – was jetzt?
⇒ hier weiter mit Das psychologische Einzelgespräch
👉 Alle wichtigen Fragen zur MPU finden Sie hier: MPU Fragen und Antworten
Der Grund, warum Sie überhaupt bei der MPU "gelandet" sind, war aus Sicht des MPU-Gutachters gaz klar:
Der psychologische Gutachter muss ja am Ende des ungefähr 1-stündigen Einzelgesprächs mit Ihnen eine Prognose abgeben:
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, dass Sie tatsächlich verstanden haben, warum Sie sich immer wieder so verhalten haben. Es muss für Sie irgendeinen ganz besonderen Reiz gehabt haben: etwas, das Ihnen so wichtig war, dass Sie dafür sogar bereit waren Ihren geliebten Führerschein aufs Spiel zu setzen!
Das Problem dabei ist: Es kommt oft vor, dass dieser "besondere Reiz" einem gar nicht bewußt ist. Deshalb ist erst einmal eine genaue Aufarbeitung nötig.
Genau das interessiert ihn: Viele seiner Fragen werden darauf abzielen, dass er einen möglichst klaren Eindruck davon bekommt, wie gründlich bei Ihnen Aufarbeitung stattgefunden hat.
Es reicht eben nicht, wenn Sie mit ganz großem Indianer-Ehrenwort versichern: "Nie wieder werde ich das tun!" - Bei Ihnen muss echte Einsicht stattgefunden haben.
Bei einer weiteren Gruppe von Fragen wird es darum gehen, welche ganz konkreten Veränderungen Sie inzwischen umgesetzt haben. Dazu ein kleines Beispiel:
Herr Schulz hat fleißig Punkte gesammelt wegen zu schnellem Fahren. Er ist Berufs-Kraftfahrer und berichtet, dass er oft unter schlimmem Zeitdruck stand und einfach etwas schneller fahren musste, um Zeit aufzuholen, die er in einem Stau verloren hatte. Er hat dabei immer ganz besonders aufgepasst. Gefährlich war das nie.
Wenn er es dann doch noch geschafft hat alles noch vor Torschluss abzuliefern, gab es vom Chef ein dickes Lob und er war mächtig stolz auf sich selber…
Was glauben Sie: Ob ihm wohl auch der MPU-Gutachter anerkennend auf die Schulter klopfen wird für sein tolles Pflichtbewußtsein?
Die gesamte MPU dauert in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden. Das psychologische Gespräch nimmt dabei den größten Teil ein.
Eine gezielte Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg. Mehr dazu hier:
MPU Vorbereitung
Nach der Untersuchung wird ein Gutachten erstellt. Dieses kann positiv oder negativ ausfallen. Das Ergebnis wird Ihnen per Post zugeschickt und Sie entscheiden selbst, ob Sie es bei der Führerscheinstelle einreichen. Fast immer ist es ratsam, dass Sie ein negatives Gutachten nicht abgeben, weil das sonst mindestens 10 Jahre lang in Ihrer Führerscheinakte bleiben würde und für jeden späteren Gutachter sichtbar wäre.
Die MPU ist kein Test, den man einfach "bestehen" kann wie eine Prüfung. Es geht darum, ob eine stabile Veränderung erkennbar ist. Ohne echte Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten wird es schwer, ein positives Gutachten zu bekommen.
Ausführliche Informationen bei mpu-alarm.de:
MPU Vorbereitung verstehen
⇒ hier weiter mit Das psychologische Einzelgespräch