MPU-Begutachtung

Das Gespräch mit dem Gutachter ist für viele der entscheidende Moment der MPU.

Das psychologische Gespräch in der MPU

Das psychologische Gespräch ist der wichtigste Teil der MPU. Hier entscheidet sich, ob Sie ein positives Gutachten bekommen oder nicht. Ganz gezielte Vorbereitung darauf ist also sehr sinnvoll. Ich musste selber die MPU schon einmal durchlaufen und weiß aus eigener Erfahrung, wie unsicher man sich davor fühlt – und wie schnell man an den falschen Dingen ansetzt.

Worum geht es im Gespräch?

Viele wollen angeblich "richtige Antworten" auswendig lernen. Das ist aber ein falscher Ansatz. Der Gutachter interessiert sich für die Besonderheiten Ihres Falles und nicht dafür, ob Sie etwas ganz Allgemeines schön hersagen können!

Deswegen sind auch die vielen Fragenkataloge, die man im Internet finden kann, nur von sehr begrenztem Wert, weil sie zu wenig auf den individuellen Einzelfall eingehen können und oft eine falsche Sicherheit vermitteln.

Hat es bei Ihnen "klick" gemacht?

Es ist eher der Normalfall, dass man über sein eigenes problematisches Verhalten sehr lange Zeit nicht genauer nachgedacht hat, denn sonst hätte man es ja vielleicht schon abgestellt! Viele Betroffene fangen erst dann damit an, wenn der entscheidende kräftige Schubs von außen kommt in Form der MPU:

Die Denkweise des psychologischen Gutachters verstehen

Als Verkehrspsychologe denkt der Gutachter in den Kriterien der Lernpsychologie - und die weiß sehr genau:

Menschen tun das immer öfter, was Ihnen etwas Angenehmes bringt, und sie vermeiden alles, was unangenehm ist.

Weil Sie ja wohl kaum den Führerschein nur so "just for fun" verloren haben werden, muss es also in Ihrem Leben irgendetwas gegeben haben, das Ihnen so wichtig war, dass Sie das Risiko eingegangen sind. - In der Lernpsychologie wird das Verstärker genannt.

Sie müssen erkannt haben, worin Ihr VERSTÄRKER bestanden hat. Nur wenn der Gutachter merkt, dass das bei Ihnen wirklich "angekommen" ist, steht Ihnen die Tür zum positiven Gutachten offen.

Der Grundgedanke der MPU

Bei der MPU steht Sicherheit im Straßenverkehr im Mittelpunkt. In Deutschland gibt es mehr als 50 Millionen Führerschein-Inhaber. Das sind Menschen von jung bis sehr alt, mit sehr unterschiedlicher Fahrpraxis und auch Fahrtüchtigkeit.

Als besonders problematisch fallen solche Fahrer auf, die Regeln, Vorschriften und Gesetze "sehr großzügig" handhaben und eigene Bedürfnisse in den Vordergrund stellen.

Nur ein erstaunlich kleiner Prozentsatz der Verkehrsteilnehmer verursacht durch ihr problematisches Verhalten einen großen Anteil der Verkehrsunfälle. Es ist deshalb naheliegend, dass es im Interesse der Reduzierung der Gefährdung im Straßenverkehr Sinn macht diesen die Fahrerlaubnis zu entziehen.

Der Gutachter möchte verstehen:

Gut zu erkennen ist daran die inhaltliche Ausrichtung der Arbeitsweise des Gutachters:

Es reicht nicht schöne Vorsätzen und Versprechungen aufzutischen. Ohne Einsicht in die im Hintergrund entstandenen Zusammenhänge ist keine dauerhafte stabile Veränderung zu erwarten.

Viele Teilnehmer fallen beim ersten Versuch durch. Was Sie in diesem Fall konkret tun sollten, erfahren Sie hier:
MPU durchgefallen – was jetzt?

Typische Fehler

Das darf nicht unterschätzt werden, denn oft gibt es einen deutlichen Widerstand sich näher auf eine tiefer reichende Analyse einzulassen: Es können lieb gewordene Gewohnheiten in Gefahr kommen, weil sie mit den notwendigen Veränderungen nicht kompatibel sind.

Es ist dann einfach bequemer nach Gründen zu suchen, warum eine wirkliche Veränderung angeblich "gar nicht möglich" oder unnötig sein sollte.

Beachten Sie für weitere Fragen unbedingt auch meine Seite 30 Fragen + Antworten

Was wirklich wichtig ist

Entscheidend ist also, dass Sie Ihr Verhalten verstanden haben - und das ist meistens wesentlich anspruchsvoller als sich das anhört.

Viele fallen nicht durch, weil sie "zu ehrlich" sind, sondern weil sie nicht wirklich verstanden haben, was sich ändern muss. Der Gutachter hat dabei den gesamten Lebenszusammenhang des Klienten im Blick - nicht nur die Delikte im engeren Sinn.

Gezielte MPU-Vorbereitung auf das Gutachter-Gespräch

Meine Vorbereitung auf die MPU hat genau das als Schwerpunkt:

Wie Sie sich gezielt auf das Gespräch vorbereiten:
MPU Vorbereitung


Wenn Sie mehr wissen wollen:

Wo finde ich "Fragenkataloge"?

Im Internet finden Sie eine Unmenge an Fragesammlungen, die mit Beispiel- und Muster-Antworten gespickt sind. Da ist aber Vorsicht geboten. Der Grund dafür ist ziemlich einfach: Es gibt einige Standardfragen, die (je nach Art Ihrer MPU-Fragestellung) natürlich immer kommen:

Das sind Fragen, die einfach das Ziel haben, Ihr Konsumverhalten erst mal zu erfassen und zu schauen, ob Ihre Angaben überhaupt realistisch sind. Oft sind sie das nicht, weil sehr oft versucht wird zu verharmlosen und zu beschönigen. Wenn Sie das aber tun, sind Sie schon so gut wie durchgefallen und die Begutachtung wird überraschend kurz ausfallen.

Wie Sie meine 30 Fragen + Antworten richtig nutzen

Ein klassischer Fragenkatalog macht natürlich nur Sinn zusammen mit Ihren Antworten - und die können in einem solchen musterhaften starren Schema halt immer nur als Beispiel stehen.

Meine 30 Fragen + Antworten liefern keine Muster-Antworten ("Aha, so muss ich also richtig antworten!"), sondern ich informiere und erkläre, was die Absicht des Gutachters bei den betreffenden Fragen ist. Die für Ihren Fall passende Antwort müssen Sie selbst finden.

Je genauer es um die Feinheiten Ihres Falles im weiteren Gespräch gehen wird - und genau das ist ja die Aufgabe des Gutachters - um so weniger wird eine reine Fragen-und-Antworten-Sammlung hilfreich sein.

Es darf nicht zu einer Tendenz kommen, dass die als Erklärung gedachten Beispiele unkritisch aufgegriffen und dem eigenen Fall gewissermaßen "übergestülpt" wird, anstatt erst mal zu stoppen: "Das hier ist nur ein Beispiel. Wie sah es denn bei mir tatsächlich aus?" Oft werden Sie dann merken, dass es bei Ihnen ziemlich anders war und deshalb die weiteren Fragen, die der Fragenkatalog vorschlägt, auf Ihren eigenen Fall nicht wirklich passen.

Machen Sie sich bewusst:

Der MPU-Gutachter hat zwar eine Art Grundgerüst für die Begutachtung, aber wie das Gespräch schließlich laufen wird und welche Fragen sich als von zentraler Bedeutung herausstellen werden und welche eher nur am Rande wichtig sind, das zeigt sich erst in Verbindung mit den Besonderheiten Ihres Falles.
Deshalb ist ein starrer Fragenkatalog oft nicht wirklich hilfreich dabei.

Meine Fragensammlung ist sehr gut geeignet:

Hier geht es zu meinen 30 Fragen + Antworten

Gibt es eine feste Reihenfolge beim Gutachtergespräch?

Nicht fest vorgeschrieben (der Gutachter kann durchaus mal einen überraschenden thematischen Sprung machen), aber einfach von der Menge der Fragen, die er klären muss, macht einfach folgender Ablauf Sinn:

  1. Zuerst wird der Gutachter erst mal Informationen sammeln und abgleichen, ob die kompatibel sind mit dem, was Ihre Führerscheinakte hergibt.
  2. Die genaue Fragestellung, was der Gutachter zu klären hat, wurde ihm ja durch die Führerscheinstelle bereits vorgegeben ("Ist damit zu rechnen, dass Herr X. auch in Zukunft usw. …"). Herausfinden muss er aber noch, wie stark ausgeprägt das problematische Verhalten war.
    Beispiel Alkohol:
    Handelte es sich bei Herrn X um Alkoholgefährdung (das wäre die Schublade A3), Alkoholmissbrauch (A2) oder Alkoholabhängigkeit (A1)?
    Entsprechend wird er Fragen stellen, die es ihm ermöglichen, den Grad der Ausprägung festzulegen.
  3. Wenn er das geklärt hat, ergeben sich aus der Zuordnung in eine von den drei Schubladen Vorgaben, die der Kandidat erfüllt haben muss, um eine positive Prognose zu erhalten. Das wird er im Detail überprüfen.
  4. Dann wird er sich der Frage zuwenden, welche ganz konkreten Veränderungen in seinem Leben vorgenommen hat und ob die ausreichend und erfolgversprechend erscheinen, damit das problematische alte Verhalten dauerhaft abgestellt ist.
  5. Zum Schluss wird er das Thema Rückfallgefahr ansprechen und wissen wollen, welche Maßnahmen der Kandidat vorgesehen hat, damit es nicht zu Rückfällen kommen kann.

Die genaue Einordnung, in welche der 3 Ausprägungen Ihr Fall gehört, erfolgt also genau genommen erst am Tag der MPU beim Gutachtergespräch statt. Das ist aber nicht so zu verstehen, dass es reiner Zufall wäre, ob man in der Schublade landet, die man erwartet hat. Die Beurteilungskriterien, an die der Gutachter gebunden ist, nennen ziemlich genau alle wichtigen Aspekte, die dabei eine Rolle spielen.

Ein professioneller MPU-Vorbereiter kennt diese Beurteilungskriterien natürlich und wird Ihnen deshalb klar sagen können, wo er Ihren Fall sieht und wieso.

Es kann vorkommen, dass ein Fall im Grenzbereich zwischen zwei Schubladen liegt. Dann ist es wichtig, dass Sie verstehen, auf welche Merkmale der Gutachter ganz besonders aufmerksam schauen wird.

Weil es natürlich in Ihrem Interesse liegt, dass Sie in die "einfachere" der beiden Schubladen gelangen, sollte Ihre Vorbereitung maßgeschneidert darauf zugeschnitten werden.

Auf meiner Homepage mpu-alarm.de erfahren Sie Ausführliches:
Sicher zur MPU